Schlagwort: Roman

Mein 4. Roman

Nach den Romanen  „Im Süden immer was Neues“ und  „So kann man auch in den Süden kommen“ und das „Das Glück im Süden“ schreibe ich nun meinen neuen Roman  „Es muß nicht immer der Süden sein.“

Auszug aus meinem Roman „Im Süden immer was Neues“ Kapitel Nr. 5

In diesem Roman erzähle ich von meiner 10 jährigen Zeit an der Costa del Sol mit lustigen, abenteuerlichen und spannenden Erlebnissen. Beispiel:

Kapitel 5: Ein besonderer Gast

Ein riesenlanger, schwarzer Mercedes hielt direkt vor der Tür, ein Chauffeur stieg aus und fragte, ob es jetzt um 18 Uhr schon was für seinen Chef zu essen gäbe. Wir waren es ja gewohnt, dass manchmal die Spanier um 16 Uhr zum Mittagessen kamen und bis 18 Uhr oder auch länger blieben und Deutsche um 18 Uhr Abendessen wollten.

Ich sagte zu und wusste schon, dass Claudine ein langes Gesicht machen würde. Aber wir brauchten halt jeden Gast – ja das liebe Geld – und wenn man schon so eine Limousine sah, klingelten schon die Peseten in meinen Augen. Der Chauffeur ging zum Wagen und herein kam ein ca. 2 Meter großer älterer Mann, graue Haare, stechende blaue Augen, kerzengerader Gang und hatte einen sehr langen schwarzen Ledermantel an.

Ich dachte der sieht aus wie einer von der SS.

Abend,” sagte er in einem herrschenden Ton. Ich zeigte ihm einen Esstisch und reichte ihm die Karte. “Ich spreche kein spanisch, sagen sie mir was es gibt, Preis spielt keine Rolle.“ Ich fragte ihn, ob ich auch für den Chauffeur decken sollte. “Nein, der Jude soll im Auto warten”. Ich nahm eine reichhaltige teure Bestellung auf. Er wollte auch den teuersten Wein, einen Rioja Jahrgang 1934. (Kostete damals umgerechnet auf die heutige Währung 350€) Er genoss das Essen und bestellte noch eine 2. Flasche. Danach noch 2 Brandys der Marke 1866. Um ca. 22 Uhr, sagte er ich sollte für seinen Chauffeur hinten im Raum einen Tisch decken und das Tagesmenü mit Tischwein servieren. Er wurde nun auch gesprächiger und ich musste – was mir ja nicht schwer fiel – noch einen 1866 mit ihm trinken.

Nun fragte er mich noch, ob er auch hier übernachten könnte. Da die Zimmer ja in einem einfachen Zustand waren, vermieteten wir normal nur an Gäste denen der billige Preis wichtig war. Ich teilte ihm dies mit, auch im Bezug auf das Etagen WC etc. “Wissen Sie ich habe in Stalinggrad schon ganz anders übernachten müssen.” Um 8 Uhr wünschte er geweckt zu werden, da er um 11 Uhr auf seiner 40 Meter langen Yacht in Marbella erwartet wird. Der Chauffeur sollte im Auto übernachten. Das Frühstück wollte er auf seinem Zimmer zu sich nehmen. Soetwas hatten wir noch nicht erlebt. Er wollte nun schlafen gehen, es war jetzt ca. 23 Uhr. Ich fragte ihm noch nach seinem Pass zum Ausfüllen des Anmeldescheines für die Übernachtung. Er lächelte mich an und sagte: “Welchen von meinen Pässen soll ich ihnen geben, alle meine 5 Pässe sind gültig aber alle sind auch gefälscht.”  Ich sollte ihm die Rechnung morgen dann auf das Zimmer bringen.

Die Rechnung für die Abendessen, den teuren Wein etc. sowie die Übernachtung betrug ( umgerechnet auf €) 1050€. Das war soviel wie eine Küchenhilfe in 2 Monaten verdient. Ich dachte, hoffentlich verschwindet er in der Nacht nicht, schloss daher sorgfältig alle Türen ab, aber diese alten Schlösser konnte eigentlich jeder öffen, wenn man wollte. Die ganze Nacht konnte ich kaum schlafen, hörte auf jedes Geräusch. Morgens pünktlich um 8 Uhr weckte ich den Gast. Keiner wollte ihm das Frühstück bringen, man hatte wohl Angst vor ihm, so brachte ich ihm den Kaffee mit Toastbrot und die Rechnung. Er sah aus wie am letzten Abend, stand kerzengerade da, frisch rasiert und hatte schon wieder seinen Ledermantel an. “Ich werde sie weiterempfehlen,” sagte er und nach 10 Minuten war kein sechshunderter Mercedes mehr da. Er hat uns weiterempfohlen, mehr darüber im nächsten Kapitel “Chris” .